Globale Geschäfte, globale Verantwortung!

Wir kennen alle die Bilder: Hunderte übermüdete Gesichter hinter Nähmaschinen in Kleiderfabriken in Bangladesch, Kinder mit Hautausschlägen in Rohstoffminen in Zentralafrika, Männer und Frauen mit Missbildungen in Ganzkörperanzügen und Rucksäcken voller chemischem Dünger in Argentinien.

Sie alle sind Opfer von multinationalen Konzernen, welche sich nicht um die Menschenrechte und um die Umwelt scheren. Sie stellen den Profit über die Sicherheit der ArbeiterInnen und den Schutz der Umgebung. Viele dieser Firmen haben ihren Hauptsitz in der Schweiz.
Mit der Konzernverantwortungsinitiative soll sich das ändern: Sie fordert, dass Firmen prüfen, wo in ihren Produktionsketten Menschenrechte gefährdet und die Umwelt geschädigt werden könnte und diese Risiken einschränken– auch in ihren Auslandstätigkeiten.

Bereits heute haben einige Grosskonzerne, vor allem durch den gesellschaftlichen Druck, begonnen sich mit ihrer Verantwortung auseinander zu setzen. Diese entstandenen Ansätze sind zwar begrüssenswert aber freiwillig und werden nur von sehr wenigen vorbildlichen Unternehmen eingehalten. Das Gros der Konzerne wirtschaftet bis heute ohne Rücksicht auf Verluste.
Trotz den UNO-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte hat sich in der Schweiz noch nichts grundlegend verändert. Es wird deutlich: Der Plan vom Bundesrat auf freiwillige Massnahmen zu setzen, geht nicht auf. Damit eine reale Veränderung in Richtung sauberes Wirtschaften in Gang gesetzt wird, braucht es rechtlich bindende Regeln. Und wie in keinem anderen Land, haben wir es als StimmbürgeInnen in der Hand diese zu setzen. Stimmen wir an der Urne „Ja!“ zur Konzernverantwortungsinitiative.

Kaufen wir sozial- und umweltgerecht hergestellte Güter!

Das Argument für Erdbeerenverkauf im Januar ist bekannt: Die Kunden wollen Erdbeeren. Das ist zwar eine billige Antwort, doch sie enthält eine Wahrheit: für gerechtes Wirtschaften sind nicht nur Unternehmen und Wirtschaftsbosse verantwortlich, sondern wir alle, auch der einfache und mutmasslich unschuldige Konsument.
Vieles, allzu vieles, wird uns Kunden aufgedrängt und angedreht, wie zum Beispiel aufwändige Verpackung, die für den Konsumenten sowohl unpraktisch wie auch umfangreich ist. Doch den Entscheid zum Kauf treffen wir Käufer. Wir sind zwar schwer unter Druck aber dennoch immer frei zu kaufen oder nicht.
Ganz besonders die (von manchen Medien und insbesondere vom Internet vorangetriebene) Besessenheit, alles möglichst billig zu erhalten, erweist sich langfristig als trügerisch wenn nicht zerstörerisch.
Konsum und Einkäufe funktionieren wohl weitgehend über Gewohnheiten. Diese lassen sich nicht so leicht ändern, aber genau das ist unter Umständen nötig, wenn wir unseren Ansprüchen an die Gerechtigkeit in der Wirtschaft selber gerecht werden wollen.
Der Trend im Zuge der Digitalisierung geht dahin, dass immer mehr Menschen von immer weniger Produzenten (Novartis, Microsoft, Geely Autos) durch immer weniger Verteiler (Amazon, Uber) konsumieren. Dabei ist der Sofort-Effekt im Vordergrund und scheinbar günstig. Doch die Arbeitsbedingungen sind oft schlecht und das Einkommen der Zulieferer unter dem Strich.
Es gibt heute zunehmende Möglichkeiten, gerechte und nachhaltige Wirtschaft zu unterstützen. Insbesondere Lebensmittel werden vielerorts im Direktverkauf aus lokaler, umweltfreundlicher und nachhaltiger Produktion zu kaufen.

Ein paar Tipps:

– Nicht nur Preise vergleichen, sondern auch Qualität ebenso wie Herkunft und Nachhaltigkeit. Je weiter entfernt umso aufwändiger.

– Verpackung im Geschäft lassen statt nach Hause nehmen.

  • Im kleinen Geschäft einkaufen, soviel wie möglich, besonders wenn es sich um nachhaltige und lokale Produkte handelt.
  • Wo möglich Fair Trade Produkte vorziehen. Dabei ist zu bedenken, dass Max Havelaar nur beschränkt Fair Trade ist. Vielleicht ist ein Claro-Laden in der Nähe…
  • Direkthandel ist mit Abstand am gerechtesten: Vom Gärtner, vom Landwirt, vom Beck, vom kleinen Buchhändler, …