Der Ostermarsch wurde abgesagt, unser Bedürfnis nach Frieden bleibt unverändert

Wir bedauern, dass der traditionelle Ostermarsch nicht stattfinden kann. Gleichzeitig ist die Krise, die wir durchmachen, zweifellos eine einzigartige Gelegenheit, um unsere Lebensweise und unsere Gesellschaft zu überdenken.

  • Wir wollen mehr Unterstützung in der Pflegearbeit dank des Zivildienstes: diese Krise zeigt uns, die echte Gefahr ist kein militärischer Angriff, sondern eine Gesundheitskrise.
  • Wir wollen mehr Solidarität: diese Krise zeigt, wie wichtig  Solidarität über alle Grenzen hinweg ist. Wir wollen in Solidarität bleiben mit unseren Nachbarn wie auch beispielsweise mit den Menschen in Syrien oder in Gaza.
  • Wir wollen mehr Gleichheit zwischen Männern und Frauen und ein Ende der häuslichen Gewalt: Diese Krise gibt uns die Möglichkeit, die Augen zu öffnen und eine echte Verteilung der care-Arbeit sowie eine Gesellschaft ohne Gewalt zu fordern.
  • Wir wollen mehr Rücksicht auf unsere Umwelt und die natürlichen Ressourcen nehmen: Diese Krise gibt uns die Möglichkeit, unseren konsumgeprägten Lebensstil zu überdenken und sich für einen fairen und nachhaltigen Zugang zu den Ressourcen für alle einzusetzen – eine Voraussetzung für echten Frieden.

2020 findet Ostern ohne Friedensmarsch, ohne Ostermarsch statt.

2021, beim nächsten Marsch, wird sich die Welt verändert haben.

Wir haben die einmalige Gelegenheit, sie friedlicher zu gestalten. Es liegt an uns! Bleiben wir solidarisch!

Absage Ostermarsch

Aufgrund der behördlichen Bestimmungen zum Coronavirus, müssen wir den Ostermarsch leider ersatzlos absagen. Passt auf euch auf und zeigt euch solidarisch in dieser herausfordernden Zeit. 2021 sehen wir uns zum nächsten planmässigen Ostermarsch.

Ostermarsch 2020

Der nächste Ostermarsch wird am Ostermontag, dem 13. April 2020, stattfinden. Gemeinsam wollen wir uns gegen den Abbau des zivilen Ersatzdienstes einsetzen.

ZIVILDIENST: LIEBER NACH VORN STATT ZURÜCK!
In den Neunzigerjahren führte die Schweiz endlich einen zivilen Ersatzdienst ein. Dies, nachdem zuvor tausende junger Männer unzählige Tage hinter Gittern verbringen mussten. Damit war die Schweiz eines der letzten Länder in Europa, welches dieser absurden Straf-Praxis ein Ende setzte, indem es eine zivile Alternative für Kriegsdienstverweigerer einführte. Diese Errungenschaft war für viele junge Männer sehr bedeutsam. Dem Fortschritt folgte jedoch eine rückläufige Tendenz, den Zivildienst zunehmend durch restriktive Maßnahmen zu behindern, so dass diese Errungenschaft heutzutage in Gefahr ist. Solange jedoch der Militärdienst besteht, ist eine echte zivile, faire und zugängliche Alternative unbedingt nötig. Für eine sichere, friedliche und gerechte Gesellschaft erheben wir deshalb folgende Forderungen:

• Stärkung des zivilen Ersatzdienstes statt Erfindung neuer Schikanen
• Faire Wahlmöglichkeit zwischen zivilem Dienst und Militär
• Förderung der konstruktiven Fähigkeiten junger Menschen statt ihres destruktiven Potenzials
• Sicherung von über einer Million Zivildienst-Tage im Sozial- und Gesundheitswesen
• Erhalt der Einsätze für Umwelt und Natur statt klimaschädliche Armee-Aktionen

Finger weg vom Zivildienst!

Auch am Bodensee findet dieses Jahr ein Ostermarsch statt. Mehr Infos gibt es unter: http://www.bodensee-friedensweg.org/

Viele Jugendliche am Ostermarsch 2019

Gut 1000 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und nahmen bei schönem Wetter am traditionellen Ostermarsch in Bern teil. Das Thema dieses Jahr war „Frieden statt Krieg exportieren!“ Insbesondere viele Junge und Familien nahmen am Spaziergang vom Eichholz auf den Münsterplatz teil.

„Frieden statt Krieg exportieren!“ lautete das Motto des diesjährigen Ostermarschs. Damit wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Schweiz pro Kopf die viertgrösste Waffenexporteurin der Welt ist. Vier Forderungen standen deswegen im Fokus des Ostermarschs: Die Schweiz muss die Doppelmoral in ihrer Aussen- und Wirtschaftspolitik stoppen, dazu muss sie auf den Export von Waffen, Munition und sonstigem Kriegsmaterial verzichten. Stattdessen soll die Schweiz vermehrt Handelsgüter, die zu einem guten Leben beitragen und Dienste, die den Frieden fördern exportieren. Thematisch lehnte sich der diesjährige Ostermarsch damit an die Korrektur-Initiative der Allianz gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer, die sich aktuell am Ende der Sammelphase befindet.

Auf dem Münsterplatz stellte GSoA-Sekretärin Magdalena Küng in ihrer Rede insbesondere die Rüstungsindustrie und den Bundesrat an den Pranger, welche Waffenexporte sogar in Bürgerkriegsländer erlauben wollten. Doch „der Bundesrat hat nach massiven Reaktionen aus der Bevölkerung einen Rückzieher gemacht und die Lockerung sistiert. Dies zeigt, dass unser aller Widerstand etwas bewirken kann und auch in Zukunft wichtig ist.“ Die zweite Rede hielten Andrea Nagel und Johan Jaquet von Peace Brigades International. Dabei erzählte Johan Jaquet von seinen Erfahrungen in den Slums von Nairobi und wie er mit seinem Einsatz mit PBI ein weiteres Stück zum weltweiten Frieden beitragen konnte.

Zu den VeranstalterInnen des Ostermarschs in Bern gehörten wie bereits in den letzten Jahren die GSoA, die Kirchen und eine grosse Anzahl an Friedensorganisationen. Gut 1500 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und friedlich vom Eichholz auf den Münsterplatz spaziert.

Die Veranstaltung wurde wie jedes Jahr mit Musik aufgelockert. Dieses Jahr versetzte die Band „Lacolla y Capitanes del espacio“ mit ihr