Viele Jugendliche am Ostermarsch 2019

Gut 1000 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und nahmen bei schönem Wetter am traditionellen Ostermarsch in Bern teil. Das Thema dieses Jahr war „Frieden statt Krieg exportieren!“ Insbesondere viele Junge und Familien nahmen am Spaziergang vom Eichholz auf den Münsterplatz teil.

„Frieden statt Krieg exportieren!“ lautete das Motto des diesjährigen Ostermarschs. Damit wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Schweiz pro Kopf die viertgrösste Waffenexporteurin der Welt ist. Vier Forderungen standen deswegen im Fokus des Ostermarschs: Die Schweiz muss die Doppelmoral in ihrer Aussen- und Wirtschaftspolitik stoppen, dazu muss sie auf den Export von Waffen, Munition und sonstigem Kriegsmaterial verzichten. Stattdessen soll die Schweiz vermehrt Handelsgüter, die zu einem guten Leben beitragen und Dienste, die den Frieden fördern exportieren. Thematisch lehnte sich der diesjährige Ostermarsch damit an die Korrektur-Initiative der Allianz gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer, die sich aktuell am Ende der Sammelphase befindet.

Auf dem Münsterplatz stellte GSoA-Sekretärin Magdalena Küng in ihrer Rede insbesondere die Rüstungsindustrie und den Bundesrat an den Pranger, welche Waffenexporte sogar in Bürgerkriegsländer erlauben wollten. Doch „der Bundesrat hat nach massiven Reaktionen aus der Bevölkerung einen Rückzieher gemacht und die Lockerung sistiert. Dies zeigt, dass unser aller Widerstand etwas bewirken kann und auch in Zukunft wichtig ist.“ Die zweite Rede hielten Andrea Nagel und Johan Jaquet von Peace Brigades International. Dabei erzählte Johan Jaquet von seinen Erfahrungen in den Slums von Nairobi und wie er mit seinem Einsatz mit PBI ein weiteres Stück zum weltweiten Frieden beitragen konnte.

Zu den VeranstalterInnen des Ostermarschs in Bern gehörten wie bereits in den letzten Jahren die GSoA, die Kirchen und eine grosse Anzahl an Friedensorganisationen. Gut 1500 Menschen sind dem Aufruf gefolgt und friedlich vom Eichholz auf den Münsterplatz spaziert.

Die Veranstaltung wurde wie jedes Jahr mit Musik aufgelockert. Dieses Jahr versetzte die Band „Lacolla y Capitanes del espacio“ mit ihr

Ostermarsch 2019

Der nächste Ostermarsch wird am Ostermontag, dem 22. April 2019, stattfinden. Unter dem Motto „Frieden statt Krieg exportieren“ protestieren wir gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer und für mehr ziviles Engagement.

Die Schweiz ist pro Kopf die viertgrösste Waffenexporteurin weltweit. Was im Ausland mit unseren Waffen geschieht, haben wir nicht in der Hand. Einschüchterung, Unterdrückung, offene Gewalt bis hin zu Kriegshandlungen sind möglich (nachweislich z. B. mit Waffen des bundeseigenen Rüstungskonzerns Ruag). Gleichzeitig rühmt sich die Schweiz mit ihrer Neutralität und humanitären Tradition. Auf der einen Seite Friedensvermittlerin, auf der anderen Seite Kriegstreiberin: Das ist heuchlerisch.

Stoppen wir sofort:

  • die Doppelmoral der Schweizer Aussen- und Wirtschaftspolitik
  • den Export von Waffen, Munition und sonstigem Kriegsmaterial

Exportieren wir stattdessen:

  • Handelsgüter, die zu einem guten Leben beitragen
  • Dienste, die den Frieden fördern, wie diplomatische Vermittlung, Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe

Wir sind nicht darauf angewiesen, die Welt mit Waffenlieferungen unsicherer zu machen. Die Schweiz hat Besseres zu exportieren als Waffen!

Exportieren wir Frieden!

Johan Jaquet zum Ostermarsch 2019

2018 hatte ich die Möglichkeit, ein lange geplantes Projekt in die Tat umzusetzen; nämlich mich in einer NGO in Afrika südlich der Sahara für soziale Gerechtigkeit einzusetzen. Die Prinzipien und Methoden von Peace Brigades International sind darauf ausgerichtet, lokale Organisationen zu stärken und nicht eine manchmal neokolonialistisch anmutende Entwicklungshilfe zu leisten. Dies schien mir plausibel und wichtig. Ich entschied mich somit dafür, mich während 7 Monaten als Freiwilliger für PBI Kenia in Nairobi zu engagieren und erlebte eine kurze aber unvergessliche und ereignisreiche Zeit. Unsere Arbeit bestand insbesondere darin, Workshops zur Dokumentierung von Menschenrechtverletzungen mit zu organisieren, welche von kenianischen und internationalen ExpertInnen geleitet werden. Von den AktivistInnen, die an diesen Workshops teilnahmen, konnte ich sehr viel lernen. Die Kenntnisse ihrer Lebensrealitäten und ihre Fähigkeit, uns ihr Verständnis dieser lokalen Realitäten weiterzugeben, haben mich sehr beeindruckt.

In Kenia sowie überall auf der Welt stehen unzählige MenschenrechtsverteidigerInnen an erster Front, um sich für Frieden, Freiheit und Demokratie einzusetzen. Als Sprachrohr benachteiligter Gruppen prangern sie Menschenrechtsverletzungen an und fordern Gerechtigkeit anstelle der herrschenden Straffreiheit. Einige Regierungen und Unternehmen fühlen sich an der Arbeit dieser AnwältInnen, GewerkschaftlerInnen, KünstlerInnen und AktivistInnen, welche sich oft freiwillig für die Rechte von Frauen, Bewohnern ärmlicher Stadtviertel, von ihrem Land vertriebene Bevölkerungsgruppen oder für die Umwelt einsetzen, gestört. Für ihren Mut müssen die AktivistInnen jedoch mit Bedrohungen, willkürlichen Verhaftungen und Inhaftierungen, Gewalttaten, Folter und in manchen Fällen sogar Ermordungen bezahlen.
Indem sie Teams von internationalen Freiwilligen in Konfliktgebiete sendet, begleitet die NGO Peace Brigades International (PBI) diese MenschenrechtsverteidigerInnen und zeigt so den Regierungen, dass Menschenrechtsverletzungen beobachtet und der internationalen Gemeinschaft gemeldet werden. Dies trägt zur Verhinderung von Gewalt gegen MenschenrechtsverteidigerInnen bei. PBI ist unabhängig, unparteiisch und mischt sich nicht ein. Dies ermöglicht es den begleiteten AktivistInnen, ihre wichtige Arbeit fortzusetzen und schafft einen Raum für Frieden, um Konflikte gewaltfrei zu lösen.

Die sieben laufenden Projekte von PBI vor Ort befinden sich hauptsächlich in Lateinamerika (Guatemala, Honduras, Kolumbien und Mexiko), aber auch in Asien (Nepal und Indonesien) und in Afrika (Kenia). Die 1981 gegründete Organisation PBI umfasst ausserdem 13 Ländergruppen in Europa und Nordafrika, welche für Lobby-, Vernetzungs-, Sensibilisierungsarbeit sowie Mittelbeschaffung und Freiwilligenrekrutierung zuständig sind. Bisher konnte PBI Schweiz bereits 117 SchweizerInnen für einen Einsatz als MenschenrechtsbeobachterIn im Ausland gewinnen, um… Frieden zu exportieren!